Muß man (m/w/d) in Stellenanzeigen nutzen?  Eine elegante Alternative!


Aktuell gibt es laut der Jobsuchmaschine Kimeta über 1,1 Mio Stellenanzeigen mit der Bezeichnung (m/w/d), dies entspricht aktuell etwa 44% aller veröffentlichten Stellenanzeigen,  und das, obwohl die Nutzung von (m/w/d) nicht verpflichtend ist, soviel wissen alle Leser von Henner Knabenreichs Blog und gleichzeitig auch Bewerber/innen verwirrt werden: einige haben auch schon vermutet, daß es eine Abkürzung für "männlich/weiß/deutsch" bedeuten könnte:

Was aber könnte man stattdessen nehmen?


Es gibt durchaus Alternativen, allerdings ist die Nutzung eher unter "ferner liefen" zu finden, wenn man die Verwendung mit (m/w/d) vergleicht:

(m/w/x) ca. 10.000 mal genutzt
(m/w/i) ca. 3.000 mal genutzt
(m/w/gn)  ca. 1.800 mal genutzt
(m/w/a) ca. 2.200 mal genutzt
etc.

Warum gibt es eine derartige Dominanz von (m/w/d)?

Teilnehmer in meinen Seminaren berichten, daß man das ja wohl so machen müßte. Da es ja (noch) keine gesetzliche Verpflichtung dazu gibt, dient die grundsätzliche Verwendung vermutlich nur zur Vermeidung einer Indikation als Hinweis, daß möglicherweise ggü. einem dritten Geschlecht diskrimiert würde, die der Arbeitgeber wegen einer Diskriminierung nach AGG vermeiden möchte. Warum sich allerdings (m/w/d) - (w/m/d) wird übrigens nur ca. 100.000 mal verwendet- durchgesetzt hat, dafür habe ich leider auch keine Erklärung.

Gibt es nicht eine elegante Alternative?
Den ganzen Vorspann würde ich ja nicht schreiben, wenn es m.E. nicht tatsächlich eine andere Möglichkeit gäbe. Die Sick AG hat m.E. eine sehr elegante Alternative gefunden:

Für alle die möchten, daß Ihr Jobtitel auch gefunden wird, noch ein kleiner Verbesserungsvorschlag: schreiben Sie "Entwicklungsingenieur *", also noch mit einem Leerzeichen mehr, denn die Wahrscheinlichkeit, daß ein Bewerber nach "Entwicklungsingenieur*" mit Sternchen direkt hinten dran doch wohl sehr gering sein wird.
Warum halte es dies für eine elegante Alternative?
Mit dieser Variante kann man als AG nicht nur darstellen, daß man kein Geschlecht diskrimiert, sondern kann gleich auch noch ein bißchen Unternehmenskultur rüberbringen. Ganz alleine stehe ich mit meiner Meinung bisher nicht, wie einige Reaktionen von Recruitern in Tech Recruiter Community, denen ich dies schon mal vorab vorgestellt hatte, zeigen:

Was meinen Sie? Haben Sie ähnliche oder bessere Beispiele? Oder wurden Sie zu (m/w/d) "gezwungen".

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SG
Wolfgang Brickwedde