Warum BASF, Bayer, Dow, Boehringer, Merck, Altana & Co keine Angst vor kununu haben müssen

Schlechte Bewertung - manchmal kein Problem!

Beim Blick auf die Beurteilungen von aktuellen oder ehemaligen Arbeitnehmern oder Bewerbern zu ihren Arbeitgebern kann einem manchmal die Luft wegbleiben, so schlecht fallen diese aus.

Sie haben als Arbeitgeber auch so eine schlechte Bewertung auf einem Arbeitgeberbewertungsportal wie z.B. kununu, glassdoor, jobvote, meinchef bekommen - und jetzt? Sind die Bewertungen berechtigt? Und falls nicht, was kann man als Arbeitgeber tun?  

Tipps für den Umgang mit schlechten Bewertungen finden Sie hier weiter unten.

Für einige Unternehmen sind schlechte Bewertungen allerdings deutlich weniger kritisch. Warum?  Eine schlechte Bewertung ist ja nur dann kritisch, wenn sie auch - speziell von der Zielgruppe - überhaupt wahrgenommen und für relevant gehalten wird. Und da gibt es je nach Zielgruppe deutliche Unterschiede.

Aber zunächst ein mal ein Überblick über die wichtigsten Quellen für Bewerber im Überblick:


Auf Basis der 5400+ Aussagen von Bewerbern bei den Candidate Experience Awards 2015, der kosten- und risikofreien Möglichkeit zu messen, was die eigenen Bewerber über den Recruitingprozess bei einem Arbeitgeber denken (zur Anmeldung für 2016 geht es hier), sagen nur 15%, daß Arbeitgeberbewertungsportale für sie wichtig seien bei der Jobsuche. 


Wie sehen die Unterschiede nach Fachrichtungen bzw. Zielgruppen aus?

Im Vergleich von einigen Fachrichtungen ragen insbesondere die Zahlen für Naturwissenschaftler heraus. Nur für 6% der Naturwissenschaftler sind Arbeitgeberbewertungsportale. Diese Zahl liegt deutlich unter dem Durchschnitt und zeigt vermutlich, daß Naturwissenschaftler eher an der konkreten Aufgabe als an dem Arbeitgeber, bzw. daran, was andere über diesen denken, interessiert sind.

Andersherum bedeutet es aber auch, daß Arbeitgeber, die verstärkt Naturwissenschaftler ( wie z.B. BASF, Bayer, Dow, Boehringer, Merck, Altana) suchen, sich im Vergleich zu anderen, die z.B. ITler oder Personaler suchen, deutlich weniger Sorgen um die Wirkung von negativen Kommentaren bei Arbeitgeberbewertungsplattformen machen müssen. Allerdings wirken auch positive Kommentare und Gesamturteile nicht wie vielleicht erhofft.


Jetzt aber auch noch zur versprochenen Antwort auf die Frage, was kann man als Arbeitgeber tun, wenn man schlechte Bewertungen bei Arbeitgeberbewertungsportalen erhält:


Tipps bei unerwünschten Einträgen bei Arbeitsgeberbewertungsportalen wie Kununu:


1. Prüfen, ob sie wahr sind (dann sollte man schnell etwas ändern und dies auch so im Kommentar kommunizieren)
2. Falls sie nicht wahr sind, könnte man das Portal darauf hinweisen, dann nehmen die das ggf. nach Prüfung raus.
3. Falls sie nicht wahr sind,das Portal sie aber nicht herausnehmen möchte, könnte man das Portal verklagen, dazu würde ich aber nicht raten, wegen des schnellen Vorwurfs der Zensur, Reputation etc.
4. Falls sie wahr sind, im Sinne einer erlebten Erfahrung, die dann als Meinungsäußerung auch rechtlich ok ist, dann gilt es gegenzusteuern:
4.a. Bewerber, die frisch eingestellt wurden, die damit wahrscheinlich ein positives Erlebnis hatten, proaktiv auffordern, eine Bewertung im Portal abzugeben
4.b. Als Recruiting Abteilung die Kritiken aufnehmen und sachlich ggf. erklären, warum etwas genau so gemacht wird , wie es gemacht wird, falls man das nicht ändern kann/will.
Raten würde ich erstmal zu 4.a, dann werden die schlechten Kommentare relativiert und rutschen nach hinten, falls weiterhin negative Erfahrungen geschildert werden, den Prozess tatsächlich mal überprüfen (Wahrnehmung ist bekanntlich Realität im Personalmarketing) oder zu 4.b übergehen.

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