Google for Jobs: ist es ab 2022 verboten?

EU bekämpft endlich das "self preferencing"



Da kommt in Kürze kräftiger Gegenwind u.a. auch auf Google for Jobs (auch kürzer als G4J oder Google Jobs bezeichnet) zu:


Der EU-Rechtsrahmen für die digitale Wirtschaft soll grundlegend reformiert, und die Branche deutlich stärker reguliert werden.

Im geplanten Digital Markets Act soll für sog. „Gatekeeper“ der digitalen Wirtschaft, d. h. besonders mächtige Plattform-Unternehmen ( 6,5 Milliarden Euro Jahresumsatz, 45 Millionen aktive Nutzer pro Monat)) eine Blacklist in Form eines Verbotskatalogs für bestimmte Verhaltensweisen eingeführt werden. Vorgestellt hat die EU-Kommission ihre Pläne zum „Digital Services Act“ und „Digital Markets Act“ bereits im Dezember 2020. Nun sind die Entwürfe so weit, dass sie im EU-Parlament beraten werden. 


Der Verbotskatalog umfasst eine große Bandbreite an Verhaltensweisen, die für Digitalmärkte typisch und zum Teil aus Verfahren der Wettbewerbsbehörden bekannt sind. Darunter fällt z.B. auch:


Eigene Produkte und Dienste eines sogenannten Gatekeeper dürfen nicht bevorzugt behandelt werden, insbesondere bei der Darstellung bzw. dem Ranking auf der Plattform, bspw. bei der Suchanzeige von Produkten in einem prominent platzierten Fenster (Verbot des „self-preferencing“).


Dies trifft ja quasi wörtlich auf Google for Jobs zu.


Was würde passieren, falls Google nicht darauf reagiert?


Verstöße gegen die Vorgaben der Ex-ante-Regulierung sind bußgeldbewehrt. Geldbußen können bis zu 10 Prozent des weltweiten Umsatzes des betroffenen Unternehmens betragen.


Bereits Mitte August 2019 beschwerten sich 23 europäische Stellenbörsen in einem Brief an die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, dass Google mit Google Jobs „unfaire Praktiken“ vornehme. Die Unternehmen bezeichnen dies als Ausnutzung der Marktmacht; Google versuche, die Nutzer im eigenen Universum zu halten, ohne dass dabei die üblichen Marketing-Ausgaben für Job-Anzeigen fällig werden. Vestager hatte als Reaktion zusgesagt, Google Jobs genauer unter die Lupe zu nehmen. 


Im Zuge der Prüfung wurde wohl das beklagte "Fehlerhalten" auch von anderen Plattformen und Anbieter untersucht und soll jetzt in eine für die besagten "Gatekeeper" gemeinsam und grundsätzlich in Form einer darin enthaltenen Blacklist geregelt werden.


Mein Fazit


Das klingt für mich nach dem Ende von Google for Jobs in seiner jetzigen Form. Ich habe sowieso nie verstanden, warum es legal sein sollte, dass Google die blaue Google for Jobs Box direkt vor die eigentlich organisch relevanten Ergebnisse platzieren durfte und nicht z.B. darunter. Vielleicht wird das die Zukunft für G4J? Es wäre zumindest vorgabekonform und auch fairer für die Wettbewerber.


Das Thema wird uns sicherlich auch auf der Recruiting Trends Konferenz Online 2022 beschäftigen. (28.-31. März 2022, kostenfreie Tickets nur noch bis 31.12. (danach 199€) hier: https://bit.ly/RT22kostenfreiesTicket)


Was meinen Sie?


Diskutieren Sie mit auf Linkedin, Xing oder Twitter




Weiterführende Infos zu Google for Jobs:



Eine erste Analyse, wie gut Google for Jobs ist, finden Sie hier


Welche Bedeutung die Google Jobsuche für Bewerber hat, und warum sie vorsichtig sein sollten, steht hier

Welche Bedeutung G4J für die Wettbewerber hat, finden diese hier.

Worauf Arbeitgeber achten sollten und wie sie dabei sein können, steht hier.